Mit Frauen schweigen

Die Eine kann es schon. Sie hätte gern weniger Anleitung. Die Andere hat noch nie die Stille in sich gesucht und würde gern mehr an die Hand genommen. Die Dritte hört nicht, was ich sage. 50 Frauen bei einer Tagung gemeinsam auf dem Weg. Eigentlich ein unmögliches Unterfangen, zusammen so in die Stille zu gehen. Eigentlich auch ziemlich autoritär, wenn ich Weg und Rhythmus vorgebe. Gleichzeitig macht dann aber doch jede ungefähr, was sie will, löst sich mehr oder weniger vom Rhythmus, wir gehen nebeneinander her. Irgendwie erleichtert mich das. Gemeinsame Wege in die Stille leben von der Kunst, sich in der Gruppe anzuvertrauen und zugleich bei sich zu bleiben. Dann können wir auch gemeinsam gehen. Als reformierte Theologin liegt mir viel daran, dass wir alle hübsch eigenständig bleiben, wenn wir gemeinsam gehen. Wie genau das zu bewerkstelligen ist, muss ich immer wieder herausfinden. Doch ich finde die Schwierigkeit einen wichtigen Stolperstein. In der Sprache des Glaubens ausgedrückt: Geht nicht Gott mit jeder Einzelnen von uns einen eigenen Weg?

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