Gibt es Seelen, die nach dem Tod noch da sind?

Manchmal hat Theologie, habe ich als Theologin vor allem „schwache“ Argumente, die nämlich, die zwar vielleicht klug sind, aber nicht einfach so als Erfahrungen belegt werden können. So war das im Gespräch mit dem Medium Dolly Röschli, die mit Toten Kontakt aufnimmt. Viele Menschen kommen zu ihr. Wie denkt eine reformierte Theologin?

IMG_1445Ich fand es spannend, von der Redaktion Sternstunde zu diesem Gespräch eingeladen worden zu sein und ich habe in angenehmer Atmosphäre versucht, dem, was ich reformiert glaube, Gewicht zu geben. Schaut selbst: Kontakt mit den Verstorbenen?

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7 thoughts on “Gibt es Seelen, die nach dem Tod noch da sind?

  1. Liebe Brigitte
    Etwas verspätet habe ich mir euer interessantes und auch amüsantes Gespräch im Sendegefäss der „Sternstunde Religion“ angeschaut.
    Vom Moderator erwähnt wurde das „tibetanische Totenbuch“, welches eine Anleitung zum guten Sterben ist; -einer „ars moriendi“ sozusagen: https://de.wikipedia.org/wiki/Bardo_Th%C3%B6dr%C3%B6l
    Der darin beschriebene Sterbeprozess während 72 Stunden sehe ich als transkulturelle Erfahrung, welche ja nicht von ungefähr kommen kann, sondern naturwissenschaftlichen Gesetzmässigkeiten des Lösens des feinstofflichen vom physischen Körper ensprechen muss. Jesus ist den Jüngerinnen nach 3 Tagen erschienen, was gerade diesem Zeitraum entspricht. Seine Auferstehung deute ich so. Wahrscheinlich waren die Frauen wenn nicht hellsichtig, so doch hochsensibel, wie ich deine Mitgästin Frau Röschli einschätze.
    Sei herzich gegrüsst von
    Esther.

  2. Liebe Esther
    danke für deine Lesart der Auferstehungsgeschichte. Ja, vielleicht ist das eine Erklärung. Ich finde halt, es ist nicht unbedingt nötig, zu erklären, was geschehen ist. Für mich werden religiöse Geschichten wegen ihrer Schönheit und ihrer Aussagekraft als Geschichten weiter erzählt, nicht zuerst, weil sie auch erklärbar sind. Deswegen geht es eigentlich darum, miteinander darüber zu sprechen, welche Geschichten uns noch tragen. Mich trägt die Perspektive der Hoffnung der Ostergeschichte. Auch wenn ich diese Geschichte nicht „verstehe“, oder vielleicht grade deshalb. Das ist kein Wunderglaube, das ist meine Überzeugung, dass Geschichten zu meinem Leben beitragen. Diese auf jeden Fall. Ob dabei Hellsichtigkeit im Spiel war, die es sicher gibt, ist für mich nicht so wichtig…Herzlich Brigitte

    1. Ja, liebe Brigitte; -da hast du natürlich Recht: Welche Narrative tragen uns (noch)? Das ist sicherlich die Frage. Mich trägt die Ostergeschichte auch; -ja sie ermutigt mich nachgerade, mich nach Gerechtigkeit zu sehnen und hoffnungsschwanger unterwegs zu sein! Ich wollte dir weder Wunderglauben unterstellen, noch hänge ich selbst einem solchen an. Dieser wurde uns von Pietro Selvatico SJ damals an der „Alma Mater Friburgensis“ ziemlich ausgetrieben! Das heisst für mich aber auch, diese alten Geschichten zu aktualiesieren und mit dem Erfahrungshorizont von konkreten Menschen in einen Dialog zu bringen. Schön passiert dies m.E. in folgendem Buch: http://www.amazon.de/Sich-Leben-Arme-werfen-Auferstehungserfahrungen/dp/3579053817
      Wenn moderne Menschen jedoch nach den konkreten Ereignissen fragen, so möchte ich ihnen dann jedoch auch ehrlich antworten und da helefen mir eben transkulturelle Vergleiche. Und es gehört für mich auch dazu, dieses Geschehen nicht als singulär zu betrachten, sondern als im Tiefsten menschlich und im gleichen Sinne göttlich.
      Sei herzlich gegrüsst von
      Esther.

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