Fussball lehrt Demut

Fuss und Ball. Das passt nur begrenzt zusammen. Das Zusammenspiel kann gar nicht wirklich gut gelingen. Dafür sind wir Menschen nicht gemacht. Alles Üben kommt da an seine Grenzen. Fussballspielen macht demütig. Die normale Erfahrung ist die des Scheiterns. Meistens macht der Ball nicht das, was der Wille will. Ganz selten einmal überrascht ein gelungener Moment – ein Sekundenbruchteil in den oft langen 90 Minuten eines Spiels. Die aktuelle Fussball-Europameisterschaft ist ein beeindruckendes Beispiel für diese Thesen. Und trotzdem machen sie weiter. Und trotzdem schaue ich weiter zu.

Es hat ja auch etwas sehr Entlastendes. Hunderte von Männer, die Tag für Tag und jahrelang nichts Anderes tun als den Umgang mit dem Ball zu üben. Eine milliardenschwere Industrie, die dafür gigantische Infrastrukturen bereitstellt, Human Ressources global vermarktet, Technik perfektioniert. Und das ist das Ergebnis. Mehr liegt offenbar nicht drin. Mehr ist nicht machbar. Die Demut siegt. Schön, dass es so ist. Da bin ich doch mit meinen Lebenserfahrungen gleich viel mehr im Reinen. Und schaue gerne weiter zu.

Fussball als Lebens- und Glaubensschule.

Zum Bild: Gleich fällt das 1:0 für Wales. Es weitet – in Person von Goalie Joe Hart – die These von der Demut, die der Ball lehrt, auf die Hände aus.

 

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