BROKEN MANDALA

Auf der autofreien Quartierstrasse, dort wo ich lebe, bin ich eines Nachmittags an diesem verlassenen Kinderspiel der besonderen Art vorbei gegangen. Oder eben nicht vorbeigegangen. Berührt stehen geblieben. Einen Moment lang verstört. Und gleichzeitig auch fasziniert. Später habe ich dann das Foto, das ich davon gemacht habe, betrachtet. Folgender Text ist mir dabei zugefallen:

 

soll ich

die steine zurechtrücken

in herzform oder als labyrinth

das ganze mit frischen blumen bestücken

die strahlen in reih und glied

 

und dann

das heilige reine unverletzte kind

ein bisschen weicher betten

 

damit das erschrecken ausbleibt

oder zumindest gemässigt wird

 

oder soll ichs aushalten

einfach aushalten eine zeitlang

bis das bild sich selber bewegt und ordnet

vielleicht

vielleicht aber auch nicht

 

und bis das broken mandala

die schönheit im gebrochenen zeigt

und erstrahlen lässt

ganz ohne herzform und labyrinth

einfach

so

wie es ist

Ruth Eberle

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