Heiliger Boden

Langsam werden ihr die Porträts in der Johanneskirche zu den Leuten, mit denen sie gern einmal reden würde,  die ihr fehlen, wenn Sie dort sitzt, hat Brigitte Becker in ihrem Blogbeitrag an sich wahrgenommen. Und sie werden ihr schön, schreibt sie, weil sie ihr nahe gekommen sind.

Mir kommt meine liebste Bibelstelle in den Sinn. Mose am brennenden Dornbusch, erzählt im Buch Exodus, Kapitel 3. Und das wunderschöne Mosaik aus San Vitale in Ravenna. Mose zieht seine Schuhe aus, „denn der Ort, an dem du stehst, ist heiliger Boden“.

Mose kommt dem brennenden Dornbusch ganz nahe. Zeigt sich, lässt sich berühren, fragt nach, hört Lebenswichtiges (seine „Berufung“ in biblischer Sprache), ringt intensiv um sie. Und achtet dabei die Heiligkeit des Bodens, auf dem er steht. Kommt dem/der Gegenüber nicht zu nahe, lässt ihr Raum, lässt sie Gegenüber, Anders, Unverfügbar sein. Dann entzieht sie sich auch mal. Dann fehlt mir auch mal etwas/jemand. Dann bleibt noch einiges offen.

Mir sind Mose am brennenden Dornbusch nahe. Als Geschichte und als Bild. Aber immer auch geheimnisvoll.

Liegt die Schönheit einer Begegnung gerade in dieser Spannung?

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